Nachstes Rennen: Sonntag 24. Juni 2018 Sommerpreis der Steher und 14. Derny-Championat - 14°°Uhr

5. Dernychampionat - Sonntag 14. Juni 2009
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Radsportfest in Heidenau

Zwischen einigen Teifdruckgebieten mit reichlich Niederschlag erreichte pünktlich zum Wochenende das erwartete Hoch den Veranstaltungsort Heidenau, eine wichtige Voraussetzung für eine Freiluftveranstaltung. Das 5. Dernychampionat von Deutschland, bereits zum 4. Male gemeinsam mit dem Familienfest der WG Elbtal Heidenau durchgeführt, hatte ein Feld von Spitzenfahrern zu bieten:

 Olaf Pollack (Olympiasieger, Weltmeister), Martin Müller (Milram), Marcel Barth (Weltcupsieger im Madison 2009), Timo Scholz (Europameister der Steher 2008 und 2009), der Niederländer Patrick Kos und der Däne Marc Hester seien stellvertretend genannt. Eine interessante Bereicherung im Fahrerfeld war Jason Colin Forde aus Barbados. Begonnen hatte der Tag am frühen Nachmittag mit dem Familienfest der EG Elbtal. Zahlreiche Attraktionen fanden schnell Interesse bei den vielen jungen Besuchern, die mit ihren Eltern herbeigeströmt kamen. Kartfahren war genauso gefragt wie die Hüpfburg, das Kinderschminken und das Quadfahren. Viele probierten auf dem Fahrradergometer des Kreissportbundes und kämpften um Bestzeiten. Die Linedancer „Hot Boots“ aus Heidenau, Die Trommlergruppe aus Dresden und die Arrow-Cheerleader aus Pirna sorgten mit ihren Auftritten für Stimmung.

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Um 16.00 Uhr begann die Sportveranstaltung mit der Vorstellung der Schrittmacher und Fahrer. Auf der engen, schwer zu steuernden Bahn in Heidenau wurden die besten Schrittmacher verpflichtet, um das Unfallrisiko zu minimieren. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Schrittmacher erfüllten auch die in sie gesetzten Erwartungen voll und ganz. Sie führten die Fahrer souverän um die Bahn. Bevor dann kurz vor 17.00 Uhr der Start zum 1. Lauf erfolgte faszinierte der 6fache Weltmeister im Trialsport Marco Hösel die Zuschauer. Mit seinem Spezialrad sprang er über Hochsprunglatten, hüpfte über Palettenstapel und führte allerlei Kunststücke mit dem Fahrrad vor. Die Zuschauer waren begeistert. Dann rief der Starter zum 1. Lauf. Die lange Reihe der Fahrer am Start zog sich weit auseinander.

 Beeindruckend anzuschauen wie die 13 Dernys nach dem offiziellen Start den Rennfahrer suchten und sofort Tempo aufnahmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der an letzter Stelle startende Fahrer Olaf Pollack bereits mehr als eine halbe Runde Rückstand. Doch das beunruhigte einen erfahrenen Profi wie Olaf Pollack kaum, wie der weitere Rennverlauf zeigte. Zunächst stritten die vorn gestarteten Fahrer um die Plätze. Auf der kurzen 10 km-Strecke wollte keiner Boden preisgeben und unbedingt seine Position behaupten. Jedem war klar, dass verlorene Plätze im Endkampf bei extrem hohen Geschwindigkeiten nicht mehr gut gemacht werden können. Doch den unwiderstehlichen Angriffen von Olaf Pollack und dem Stehereuropameister Timo Scholz hatte kein anderer Fahrer etwas entgegenzusetzen. So rasten beide in den letzten Runden an der Spitze des Feldes nebeneinander her und rangen verbissen um den Sieg. Den sicherte sich mit einer Energieleistung auf den letzten Zentimetern Timo Scholz. An 3. Stelle überquerte Jan-Eric Schwarzer den Zielstrich. Er bezwang den starken Milramfahrer Martin Müller (4.) Beide konnten sich nur wenig von den beiden überraschend gut fahrenden Marc Hester (5.) und Marcel Barth (6.) absetzen. Auch Florian Fernow (7.), Patrick Kos (8.) und René Heinze (9.) waren, wie alle anderen noch folgenden Rennfahrer dicht dran. Daniel Kaiser aus Heidenau schlug sich im Feld der Elite achtbar und hielt bis zum Ende des Laufes Anschluss. Pech hatte der Fahrer aus Übersee: Das Derny seines Schrittmachers versagte seinen Dienst. So musste er 4 Runden allein im Wind fahren ehe sein Schrittmacher ihm wieder Windschatten geben konnte. Das warf ihn auf den letzten Platz zurück, doch schaffte er es in einer furiosen Aufholjagd in der gleichen Runde wie das restliche Fahrerfeld zu bleiben.

In der Rennpause bedankte sich der SSV Heidenau bei den langjährigen Sponsoren Volksbank Pirna, Bauunternehmung Karl Köhler Heidenau und der WG Elbtal Heidenau für die ausgezeichnete Unterstützung. Der Vereinsvorsitzende Frank Müller betonte in seinen Dankesworten, dass Veranstaltungen mit derartigem Niveau nur durchführbar sind mit der Hilfe von solch zuverlässigen Sponsoren. Die etwa 2000 Zuschauer honorierten dieses Engagement mit großem Applaus. Es gab auch einen Anlass zur Gratulation. Bezeichnend für die Einsatzbereitschaft der Mitglieder der Radsportabteilung war die Tatsache, dass eine Sportfreundin an ihrem Geburtstag wie selbstverständlich ihre Aufgaben beim Radrennen erfüllte, gemeinsam mit ihrer ganzen Familie. Da hat der Vereinsvorsitzende gern Blumen überreicht. Anschließend demonstrierten die jüngsten Radsportler ihr Können beim Rundenrekordfahren. 7 Jungen und 3 Mädchen gaben vor einer begeisterten Kulisse ihr Bestes. Die Zuschauer sahen es gern, dass beim SSV der Radsportnachwuchs gedeiht und honorierten es mit kräftigem Beifall.

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Anschließend erfolgte der Start zum 2. Lauf. Jason Colin Forde startete an erster, Timo Scholz als Sieger des 1. Laufes an letzter Stelle. Für die Platzierten war die Marschroute klar: Sie mussten weit vorn ankommen, um sich noch eine Chance auf den Sieg zu erhalten. Deshalb ging es auch von Beginn an richtig zur Sache. Der bei vielen Tour de France- und Giro de Italia-Etappen gestählte Milramfahrer Martin Müller kurbelte unermüdlich für das Erhalten seiner Chancen. Mit ihm gemeinsam arbeiteten daran auch Medison-Weltcupsieger Marcel Barth und der Sieger des UIV-Cups in Alkmaar, der Niederländer Patrick Kos. Die Favoriten Olaf Pollack und Timo Scholz kamen nicht an ihnen vorbei und mussten sich mit Platz 4 und 5 zufrieden geben. Marcel Barth setzte sich im Schlussspurt gegen Martin Müller durch. 3. in diesem Lauf wurde Patrick Kos. Der Däne Marc Hester kam nach Scholz ein. Florian Fernow (7.), Jan-Eric Schwarzer (8.) und Florian Fernow (9.) reihten sich ein. René Heinze wurde 10. und Daniel Kaiser ereichte den 12. Platz. Beide blieben im Klassefeld erneut ohne Rundenverlust. Jason Colin Forde hatte sich bei der Kraftaktion im ersten Lauf offensichtlich verausgabt und wurde 13. Damit waren 3 Sportler punktgleich: Martin Müller, Olaf Pollack und Timo Scholz hatten jeder 6 Punkte auf ihrem Konto. Marcel Barth besaß mit 7 Punkten auch noch Siegchancen. Selbst Patrick Kos, Marc Hester und Jan-Eric Schwarzer konnten mit ihren 11 Punkten noch ins Geschehen eingreifen.

Zunächst zog noch einmal Marco Hösel die Zuschauer in seinen Bann. Seine Kunststücke auf und mit dem Fahrrad führten wieder zu Begeisterungsstürmen. Er sprang auf einen Palettenstapel von 1,80 m Höhe, unvorstellbar, man muss es einfach gesehen haben um es zu glauben. Er sprang aus dem Stand über eine Latte in 1,19 m Höhe und über 9 hintereinander liegende Kinder. Hut ab vor diesen Leistungen.

Der 3. Lauf über 25 km musste die Entscheidung bringen. Zunächst fuhren die Favoriten ruhig hinter dem Feld her, immer in Reichweite zur Spitze. Doch Kos, Hester und Schwarzer machten mächtig Tempo um ihre Siegchancen zu nutzen. Dadurch vergrößerte sich der Abstand zu den Favoriten. Doch die wurden nicht unruhig, zunächst jedenfalls. René Heinze hatte plötzlich Probleme mit dem Hinterrad, konnte aber nach kurzer Reparatur wieder weiterfahren. Allerdings war der Schaden doch größer, denn einige Runden später musste er leider aufgrund des Schadens ausscheiden und konnte das Rennen nicht beenden. Als erster machte sich Timo Scholz auf die Verfolgung. Marc Hester und Florian Fernow folgten ihm. Am Himmel zeigten sich derweil die ersten Wolken, hin und wieder auch einige dunklere. Etwa 40 Runden vor dem Ende begaben sich auch Martin Müller und Olaf Pollack auf die Verfolgung. Patrick Kos und Marcel Barth rasten hinterher. Der Tross schob sich immer weiter durch das Fahrerfeld nach vorn. Mittlerweile hatte Timo Scholz die Spitze erobert und Marc Hester auf den 2. Platz verdrängt. Florian Fernow war an 3. Stelle und Victor Ulzen, der Berliner Straßenmeister, fuhr auf Platz 4. Danach kam schon Martin Müller und Olaf Pollack, verfolgt von René Kos und Marcel Barth. 30 Runden vor dem Ziel war der Endkampf eröffnet und auch gleich wieder beendet.

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Der Wettergott hat sein Versprechen nicht gehalten, eine kleine schwarze Wolke sorgte kurzzeitig für Niederschlag und machte die Bahn nass, so dass der sportliche Leiter Carsten Podlesch und die Wettkampfleitung sich gezwungen sahen, den Abbruch des Rennens zu verfügen. Eine nasse Bahn ist bei den gefahrenen hohen Geschwindigkeiten außerordentlich gefährlich und die Sicherheit der Fahrer und Schrittmacher und letztlich auch der Zuschauer ließ keine andere Entscheidung zu. Da mehr als die Hälfte des 3. Laufes bereits absolviert war, so bestimmt es das Reglement, wurde das Rennen so gewertet, wie es im Moment des Abbruches stand. Zu diesem Zeitpunkt war Timo Scholz 1., Marc Hester 2., Florian Fernow 3., Victor Ulzen 4., Martin Müller 5., Olaf Pollack 6., Patrick Kos 7. und Marcel Barth kam auf den 8 Platz. Auf Platz 9 kam Mario Vonhof, 10. wurde Jan-Eric Schwarzer. Mit 1 Runde Rückstand wurde Daniel Kaiser 11. und Jason Colin Forde hatte sich völlig verausgabt und lag schon 2 Runden zurück und damit auf Platz 12. Besonders Timo Scholz wurde sicher an den EM-Endlauf in Alkmaar 2008 erinnert, als nach einem Sturz das Rennen 15 Minuten vor dem Ende abgebrochen wurde und er, in diesem Moment an der Spitze fahrend, Europameister wurde. Der notwendige Rennabbruch vereitelte zwar den mit Spannung erwarteten Endkampf, hat aber keinesfalls zu Enttäuschungen geführt. Sowohl die Fahrer als auch die Zuschauer sahen´ s optimistisch: Die einen brennen auf Revanche und die anderen freuen sich schon darauf.

In der Gesamtwertung nach 3 Läufen gab es folgendes Ergebnis: 1. Timo Scholz hinter Peter Bäuerlein 2. Martin Müller hinter Matthias Acker 3. Olaf Pollack hinter Christian Dippel 4. Marc Hester hinter Thomas Baur 5. Marcel Barth hinter André Dippel 6. Florian Fernow hinter Karsten Podlesch 7. Patrick Kos hinter René Kos 8. Jan-Eric Schwarzer hinter Wilfried Kluge 9. Victor Ulzen hinter Gerd Gessler 10. Mario Vonhof hinter Lutz Weiß 11. Daniel Kaiser hinter Heinz Spielmann 12. Jason Colin Forde hinter Helmut Taube René Heinze hinter René Kluge wurde wegen Defektes disqualifiziert.

Mit der stimmungsvollen Siegerehrung und der Nationalhymne ging ein herrlicher Renntag zu Ende. Der Sprecher fand noch viele dankende Worte an die zahlreichen Helfer, die die Heidenauer Radrennbahn wie immer in ein Schmuckkästchen verwandelt hatten. Auch die Zuschauer bekamen ihren Dank für ihr Kommen und wurden herzlich zum Herbstrennen am 3. Oktober, wieder an gleicher Stelle, eingeladen.

Müller SSV Heidenau

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